Das Militär
"Unsere Kriegsherren erschufen unser grossartiges Reich, unsere Krieger eroberten es. Beide erfüllten ihren Teil mit grosser Ehre."
- Bushido, Kapitel 2, DIE EHRE

Das gesamte Kaiserreich Tsuranuanni gründet sich auf dem Militär, ja sogar die Kultur des Reiches ist auf das Ideal des Kriegers ausgerichtet. Die Krieger sind die erste und oberste Kaste, zusammen mit den Shogunen, die aus ihnen hervorgingen.
Das Bild des Kriegers entspricht allerdings schon lange nicht mehr den Tatsachen. In der heutigen Grösse des Reiches sind kleine Elitetruppen nicht mehr effektiv und deshalb werden die Söldner immer wichtiger. Was der Kriegerkaste natürlich nicht gefällt.
Aber trotz dieser immer grösser werdenden, grossteils unstrukturiert aufgebauten Söldnerarmeen gibt es immer noch die Bushi, die nach dem Bushido leben und eine äusserst effektive Armeestruktur aufgebaut haben.

Die Armee der Bushi
Ein Bushi ist kein simpler Schlagetot, sondern er ist ein Krieger mit Leib und Seele. Er ist der Ehre und seinem Herren verantwortlich, aber nicht unbedingt in dieser Reinfolge.
Der Befehl über die Armee ist relativ simpel geregelt. Den Oberbefehl hat jeweils der höchste anwesende Shogun des Hauses oder, wenn keiner anwesend ist, dessen Samurai. Diese Befehlskette kann in Kriesenzeiten leicht gebogen werden, wenn ein Shogun den Befehl abgibt, an den Rikugunshokan (den General), den Samurai, einen niederen Shogun oder an wen immer es ihm gefällt. Einzige Voraussetzung ist dass der Oberbefehlshaber in der Kriegerkaste ist.
Die Armee selbst ist in folgende Ränge eingeteilt:
Hohei
VERGLEICHBAR MIT: Private (US-Armee); Einfacher Soldat (Midkemia-Armee)
Hohei sind Fusstruppen (nur ganz selten dienen sie in einer Kavalerieeinheit, diese seltenen Einheiten werden oft mit Offizieren besetzt), und sie stellen die niedrigste Stufe in der Hirachie dar. Jeder Bushi beginnt als Hohei und wird dann erst später (vielleicht) in einen höheren Stand gehoben.
Dementsprechend wenig wird von den Bushi auch erwartet. Sie sollen kämpfen können und nicht denken. Mitdenken in der Schalcht ist für einen Offiziersanwärter zwar Vorraussetzung, aber Befehle hinterfragen oder zu kritisieren wird hart bestraft.
So ist der typische Hohei auch nicht gerade mit allzuviel intelligenz gesegnet, er wird aber dank seinem Drill und seinem Gehorsam in der Schlacht zu einem effektiven Mordinstrument, aber auch zu willigem Schlachtvieh.
Nikutai
VERGLEICHBAR MIT: Corporal (US-Armee)
Die nächste Stufe auf der Erfolgsleiter ist die des "Patroillenführers", eines Bushi der über eine kleine Gruppe von 5-15 Hohei gebietet. Die grösse der Truppe hängt von den Verhältnissen ab.
Ein Nikutai wird man, wenn man sich in der Schlacht oder im Manöver umsichtig gezeigt hat und seine Männer führen kann. Grosses Militärisches Verständnis oder taktische Rafinesse wird von ihnen nicht verlangt und sind auch nicht erwünscht, für so was sind die höheren Ränge da.
Ein Nikutai ist meist ein umsichtiger Kämpfer, dem aber die Begabung für Taktik und komplexe Manöver fehlt. Er versteht es seine Männer zu führen und am Leben zu erhalten.
Gunso
VERGLEICHBAR MIT: Sergeant (US-Armee); Korporal (Midkemia-Armee)
Ein Nukutai der über Intelligenz verfügt wird über kurz oder lang zu einem Gunso. Das ist eine Art Zwischenstufe zwischen den Befehlenden und den Befehlsempfängern. Ein Gunso hat nominell eine Einheit von etwa 50 Mann unter sich, mit den dazugehörenden Nikutai. Er soll eigendlich keinerlei Taktische Entscheidungen treffen, sondern seine Truppe in die Richtige Ausgansposition bringen und dann Befehle weiterleiten. Tatsächlich ist der Gunso aber meist nur eine Vorbereitung zum Chui und wird desshalb in Taktik und Truppenführung geschuhlt.
Der typische Gunso ist desshalb auch ein ehrgeiziger intelligenter junger Mann, der warscheinlich gerade am Anfang seiner Karriere steht (als ein paar Dienstjahre hat er schon hinter sich) und von grossen Taten träumt. Die wenigen ständigen Gunso sind zwar intelligente Männer, die jedoch nicht über den Ehrgeiz verfügen um weiter aufzusteigen.
Chui
VERGLEICHBAR MIT: Lieutenant (US-Armee); Feldwebel (Midkemia-Armee)
Ein Chui ist ein "Truppenführer". Er hat eine mittelgrosse Truppe von bis zu 500 Mann und ist für die Taktische Feinabstimmung da: Er empfängt zwar vom Taisa und vom Shireikan Befehle, aber die praktische Umsetzung unterliegt seiner Aufsicht und damit auch seinem Können. Die Chui haben eine enorm wichtige Stellung in der Armee, denn wenn sich der wohlgeordnete Schlachtplan in ein Gemetzel verwandelt (und das ist eigendlich kaum zu vermeiden) muss er seine Truppe in Formation halten und letztendlich die Schlacht gewinnen.
Und so muss der Chui sowohl die Taktik als auch die Truppenführung meistern. Er muss seinen Vorgesetzten beraten und ihm die Stimmung und die Einsatzbereitschaft seiner Truppen berichten. Die Chui sind also Bindegleider zwischen der Befehlsebene, der sie schon angehören, und der ausführenden Truppe.
Taisa
VERGLEICHBAR MIT: Captain (US-Armee); Haupt-Feldwebel (Midkemia-Armee)
Taisa sind ein seltener Rang und sie werden hauptsächlich bei grossen Armeen benötigt, wenn so viele Chui da sond, dass der Shireikan nicht mehr jeden anhören kann, kommt der Taisa ins Geschehen. Er koordiniert die einzelenen Truppen und ist für dei Logistik verantwortlich. Er hat zwar keinerlei wirkliche taktische Mitentscheidungsbefugnis, gibt aber seine Meinung zu der Durchführbarkeit der Pläne kund. Da er in direktem Kontakt zu den Chui steht kann er sich ein Bild über die allgemeine Lage der Armee machen, muss sich aber nicht wie diese um eine Truppe kümmern. So ist er der Ideale Verwalter und Berater der kommandierenden Shireikan.
Besonders intelligente Chui werden zu Taisa ernannt, auch wenn sie im moment nicht gebraucht werden. Sie erfüllen dann meist weiter die Pflichten eines Chui, können aber in Kriegszeiten auch die Pflichten des Taisa übernemen.
Shireikan
VERGLEICHBAR MIT: Commander (US-Armee); Hauptmann (Midkemia-Armee)
Shireikan sind die Taktischen Köpfe der Armee. Sie bekommen den Befehl über eine Armee (egal wie gross sie ist, eine 100 Mann grosse Truppe würde auch von einem Shireikan geführt werden) und treffen die Strategischen Entscheidungen. Meist haben sie kaum dierekten Kontakt zu den Truppen, sondern bekommen die Information über deren Zustand und Einsatzbereitschaft von den Chui oder Taisa. So können sie losgelöst von persönlichen Bindungen und Gefühlen die Armee führen und kommandieren.
Die Shireikan sind das Kernstück der Komandoebene. Obwohl über ihnen nur noch die Rikugunshokan stehen gibt es meist mehrere Shireikan, so dass man auch kleiner Armeen losschicken kann, die ohne einen richtigen Befehlshaber aufgeschmissen wären. In den Thuril-Kriegen wurden viele Chui kurzfristig zu Shireikan ernannt um mit einer kleinen Armee den Geruilliakriegern der Konföderation zu folgen. Diese Taktik führte zwar zuerst zu einem Desaster, denn die Chui waren einfach nicht in der Lage die gesammte Schlacht im Auge zu behalten, aber nachdem die Chui in einem Intensivkurs zu Taisa herangebildet wurden, die auch diese allgemeine Taktik beherrschen, wurde dieses Verfahren zur Standarttaktik gegen die mit konventionellen Taktiken schwer zu fassende Konföderation.
Rikugunshokan
VERGLEICHBAR MIT: General (US-Armee); Marschall (Midkemia-Armee)
An der Spitze jeder Militärhirachie steht immer ein Rikugunsokan, ein "Komandeur". Er verwaltet die Truppen seines Hauses und greift selten in den direkten Kampf ein. Sein Hauptaufgabengebiet ist das abstecken von grundlegenden Strategien, und dem Kommando über alle Armeen unter seinem Kommando. Ab einer gewissen grösse der Armee eines Hauses kann es auch mehrere Rikugunshokan haben, die dann jeweils über einen Teil der Armee das Kommando haben. Das ist notwendig, weil in der Schlacht ab einer gewissen Grösse der eingesetzten Armeen (so etwa 5000-10000 Mann) ein einzelner Shireikan nicht mehr den überblich über das Taktische Geschehen aller Truppenteile haben kann. Desshalb werden dann mehereren Shireikan ein Rikugunshokan vorgesetzt, der die einzelnen Teilbereiche koordiniert. Im Falle von mehreren Rikugunshogan ernennt der Oberbefehlshaber (also der Shogun) meist einen Stellvertreter unter den Rikugunshokan, der den Oberbefehl über die gesammten Armeen des Hauses hat. Dasselbe gilt natürlich auch für den Zusammenschluss von mehreren Häusern.
Der Oberefehl über Heere aus mehreren Häusern
Wer diesen wichtigen Oberbefehl bekommt (und alle damit verbundene Ehre) ist eine politische Frage. Deshalb hat ihn auch meist der falsche, aber das spielt solange keine Rolle wie der Oberbefehlshaber klug genug ist unter seinen Rikugunshokan einen guten Stellvertreter zu wählen der dann auch in der Lage ist das Unternemen durchzuführen.
Was aber nichts daran ändert das der Oberbefehlshaber für sämtlich Folgen des Feldzugs persönlich verantwortlich ist, was dessen Wahl zu einem interessanten Inriegenspiel macht: Um die einfachen, erfolgversprechenden Feldzüge kämpfen die Shogun verbissen, wärend die warscheinlich fehlschlagenden auf politische Gegner geschoben wird. Und in dem Falle dass bei dem Feldzug Shogune als Befehlshaber ihrer Truppen auftreten kann der Oberbefehlshaber sie in teuflische Fallen locken.
Der Auswahlprozess des Oberbefehlshabers kann zu einem intriegenreichen Abenteuer werden, der Feldzug selbst zu einer ganzen Kampange.
Strukurierung der Armee
Bushi werden generell in allen Waffengattungen (ausser den exotischen) ausgebildet, haben aber meist ein Spezialgebiet in dem sie sich besonders auszeichnen. So gibt es "Patouillen", die jeweils einer Waffengattung angehören (eine Yumi-Patrouille, eine Yari-Patrouille...), wobei es nicht auf die genaue Waffe ankommt (also Nakotara und Katana in einer Patouille). Diese kleinen Gruppen von Hohei stehen unter dem Kommando eines Nikutai. Mehrere dieser Patoullien mit gleicher Waffengattung werden von einem Gunso angeführt und nennen sich jetzt "Gruppe". Verschiedene Gruppen (auch mit unterschiedlichen Waffen) werden wiederum von einem Chui kommandiert. Sie nennen sich nun Truppe.
Manchmal steht noch ein Taisa als Vermittler dazwischen, aber meist nehmen die Chui ihre Befehle dierekt vom Shireikan entgegen. Dieser befehligt eine oder meherere Truppen die sich jetzt Armeen nennen. Diese Armeen erhalten dann von den Rikugunshokan ihre Marschbefehle, die von den Shogun nur ungefähre Vorgaben bekommen ("Nimm diese Stadt ein", "Führe Krieg gegen dieses Haus"). So können die meist politischen Ziele der Shogun effektiv umgesetzt werden, auch wenn ein dierekter Kampf zwischen zwei Häusern extrem selten ist (er wird von der Versammlung unterbunden).
Frauen in der Armee
Für die Frauen gilt das was generell für alle Bushi gilt: Frauen können diesen Status nicht erreichen. Sollte doch ein Shogun versuchen eine Frau in seine Armee aufzunehmn, so kann diese damit rechnen auf alle mögliche Arten schickaniert und benachteilgt zu werden. Die Bushi sind halt ein verdammt konservativer Haufen.
Der einzigen Platz für Frauen in der Armee ist der von Huren die der Armee folgen und ihr ihre Dienste anbieten. Solche Frauen gelten aber nicht als geachtete Kokubienen, sondern als unehrenhafte Geschöpfe und desshalb sind es auch fast ausschliesslich Sklaven oder total verarmte Freie, die diese entwürdigenden Beruf ergreifen.

Die Armee der Söldner
Söldnerarmeen werden jetzt immer häufiger, und ihre Strukur hat sich mit der Zeit gewandelt, damit sie sich besser in die reguläre Armee eingliedern können.
Einen Söldner kann man nicht mit einem Bushi vergleichen, weil er keine Ehre hat und nicht zur Kriegerkaste gehört. Söldner sind oft schlecht ausgebildet und zeichnen sich nur durch eine ungeheure Gewaltbereitschaft und der missachtung jeglicher Ehrvorschriften aus. Sie müssen in der Gilde der Söldner verzeichnet sein (die allerdings keinerlei Aufnahmebedingungen stellt als die Empfehlung eines anderen Söldners) und bekommen von dieser einen Brief der sie berechtigt gewisse Waffen zu tragen, meist bevozugen sie allerdings das Nakotara, einen Yari oder einen Yumi, da man hier nicht besonders viel Rafinesse zum kämpfen braucht, sondern nur rohe Gewalt. Ausserdem sind diese Waffen billig und leicht zu ersetzten.
Nahezu alle Söldnereinheiten bestehen aus 30-200 Mann regulären Söldnern, etwa vergleichbar mit Hohei, und einem Anführer, der sich hochmütig Shireikan nennt, obwohl er noch nicht einmal den Rang eines Chui einehmen könnte. Dieser Shireikan ist der Kopf der Truppe, er verhandelt über das Gehalt, und das Einsatzgebiet. Auch haben sämtliche Söldner einen Vertrag mit ihm persönlich und nicht mit dem Auftragsgeber, so dass beim Tod des Shireikan die Söldner an keinerlei Vertrag gebunden sind. Desshalb und wegen der ehrlosen Natur der Söldner sind die Bushi ihnen gegenüber immer Misstrauisch und setzten sie nur für die gefährdetsten Bereiche ein, wie das Stürmen von Stadtmauern oder das ausheben von Geruillianestern. Das ist den Söldnern aber nur recht, da sie bei diesen Aufgaben als erstes plündern können und das wiegt die enorme Gefahr in ihren Augen auf.