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Das gesamte Kaiserreich Tsuranuanni gründet
sich auf dem Militär, ja sogar die Kultur des Reiches ist auf das
Ideal des Kriegers ausgerichtet. Die Krieger sind die erste und oberste
Kaste, zusammen mit den Shogunen, die aus ihnen hervorgingen.
Das Bild des Kriegers entspricht allerdings schon
lange nicht mehr den Tatsachen. In der heutigen Grösse des Reiches
sind kleine Elitetruppen nicht mehr effektiv und deshalb werden die Söldner
immer wichtiger. Was der Kriegerkaste natürlich nicht gefällt.
Aber trotz dieser immer grösser werdenden,
grossteils unstrukturiert aufgebauten Söldnerarmeen gibt es immer
noch die Bushi, die nach dem Bushido leben und
eine äusserst effektive Armeestruktur aufgebaut haben.
Die
Armee der Bushi
Ein Bushi ist kein simpler
Schlagetot, sondern er ist ein Krieger mit Leib und Seele. Er ist der Ehre
und seinem Herren verantwortlich, aber nicht unbedingt in dieser Reinfolge.
Der Befehl über die Armee ist relativ simpel
geregelt. Den Oberbefehl hat jeweils der höchste anwesende Shogun
des Hauses oder, wenn keiner anwesend ist, dessen Samurai.
Diese Befehlskette kann in Kriesenzeiten leicht gebogen werden, wenn ein
Shogun den Befehl abgibt, an den Rikugunshokan
(den General), den Samurai, einen niederen Shogun
oder an wen immer es ihm gefällt. Einzige Voraussetzung ist dass der
Oberbefehlshaber in der Kriegerkaste ist.
Die Armee selbst ist in folgende Ränge eingeteilt:
Hohei
VERGLEICHBAR MIT: Private (US-Armee); Einfacher
Soldat (Midkemia-Armee)
Hohei sind Fusstruppen (nur ganz selten dienen
sie in einer Kavalerieeinheit, diese seltenen Einheiten werden oft mit
Offizieren besetzt), und sie stellen die niedrigste Stufe in der Hirachie
dar. Jeder Bushi beginnt als Hohei und wird dann
erst später (vielleicht) in einen höheren Stand gehoben.
Dementsprechend wenig wird von den Bushi
auch erwartet. Sie sollen kämpfen können und nicht denken. Mitdenken
in der Schalcht ist für einen Offiziersanwärter zwar Vorraussetzung,
aber Befehle hinterfragen oder zu kritisieren wird hart bestraft.
So ist der typische Hohei auch nicht gerade mit
allzuviel intelligenz gesegnet, er wird aber dank seinem Drill und seinem
Gehorsam in der Schlacht zu einem effektiven Mordinstrument, aber auch
zu willigem Schlachtvieh.
Nikutai
VERGLEICHBAR MIT: Corporal (US-Armee)
Die nächste Stufe auf der Erfolgsleiter ist
die des "Patroillenführers", eines Bushi der
über eine kleine Gruppe von 5-15 Hohei gebietet. Die grösse der
Truppe hängt von den Verhältnissen ab.
Ein Nikutai wird man, wenn man sich in der Schlacht
oder im Manöver umsichtig gezeigt hat und seine Männer führen
kann. Grosses Militärisches Verständnis oder taktische Rafinesse
wird von ihnen nicht verlangt und sind auch nicht erwünscht, für
so was sind die höheren Ränge da.
Ein Nikutai ist meist ein umsichtiger Kämpfer,
dem aber die Begabung für Taktik und komplexe Manöver fehlt.
Er versteht es seine Männer zu führen und am Leben zu erhalten.
Gunso
VERGLEICHBAR MIT: Sergeant (US-Armee); Korporal
(Midkemia-Armee)
Ein Nukutai der über
Intelligenz verfügt wird über kurz oder lang zu einem Gunso.
Das ist eine Art Zwischenstufe zwischen den Befehlenden und den Befehlsempfängern.
Ein Gunso hat nominell eine Einheit von etwa 50 Mann unter sich, mit den
dazugehörenden Nikutai. Er soll eigendlich
keinerlei Taktische Entscheidungen treffen, sondern seine Truppe in die
Richtige Ausgansposition bringen und dann Befehle weiterleiten. Tatsächlich
ist der Gunso aber meist nur eine Vorbereitung zum Chui und wird desshalb
in Taktik und Truppenführung geschuhlt.
Der typische Gunso ist desshalb auch ein ehrgeiziger
intelligenter junger Mann, der warscheinlich gerade am Anfang seiner Karriere
steht (als ein paar Dienstjahre hat er schon hinter sich) und von grossen
Taten träumt. Die wenigen ständigen Gunso sind zwar intelligente
Männer, die jedoch nicht über den Ehrgeiz verfügen um weiter
aufzusteigen.
Chui
VERGLEICHBAR MIT: Lieutenant (US-Armee); Feldwebel
(Midkemia-Armee)
Ein Chui ist ein "Truppenführer". Er hat eine
mittelgrosse Truppe von bis zu 500 Mann und ist für die Taktische
Feinabstimmung da: Er empfängt zwar vom Taisa
und vom Shireikan Befehle, aber die praktische
Umsetzung unterliegt seiner Aufsicht und damit auch seinem Können.
Die Chui haben eine enorm wichtige Stellung in der Armee, denn wenn sich
der wohlgeordnete Schlachtplan in ein Gemetzel verwandelt (und das ist
eigendlich kaum zu vermeiden) muss er seine Truppe in Formation halten
und letztendlich die Schlacht gewinnen.
Und so muss der Chui sowohl die Taktik als auch
die Truppenführung meistern. Er muss seinen Vorgesetzten beraten und
ihm die Stimmung und die Einsatzbereitschaft seiner Truppen berichten.
Die Chui sind also Bindegleider zwischen der Befehlsebene, der sie schon
angehören, und der ausführenden Truppe.
Taisa
VERGLEICHBAR MIT: Captain (US-Armee); Haupt-Feldwebel
(Midkemia-Armee)
Taisa sind ein seltener Rang und sie werden hauptsächlich
bei grossen Armeen benötigt, wenn so viele Chui
da sond, dass der Shireikan nicht mehr jeden
anhören kann, kommt der Taisa ins Geschehen. Er koordiniert die einzelenen
Truppen und ist für dei Logistik verantwortlich. Er hat zwar keinerlei
wirkliche taktische Mitentscheidungsbefugnis, gibt aber seine Meinung zu
der Durchführbarkeit der Pläne kund. Da er in direktem Kontakt
zu den Chui steht kann er sich ein Bild über
die allgemeine Lage der Armee machen, muss sich aber nicht wie diese um
eine Truppe kümmern. So ist er der Ideale Verwalter und Berater der
kommandierenden Shireikan.
Besonders intelligente Chui
werden zu Taisa ernannt, auch wenn sie im moment nicht gebraucht werden.
Sie erfüllen dann meist weiter die Pflichten eines Chui,
können aber in Kriegszeiten auch die Pflichten des Taisa übernemen.
Shireikan
VERGLEICHBAR MIT: Commander (US-Armee); Hauptmann
(Midkemia-Armee)
Shireikan sind die Taktischen Köpfe der Armee.
Sie bekommen den Befehl über eine Armee (egal wie gross sie ist, eine
100 Mann grosse Truppe würde auch von einem Shireikan geführt
werden) und treffen die Strategischen Entscheidungen. Meist haben sie kaum
dierekten Kontakt zu den Truppen, sondern bekommen die Information über
deren Zustand und Einsatzbereitschaft von den Chui
oder Taisa. So können sie losgelöst von
persönlichen Bindungen und Gefühlen die Armee führen und
kommandieren.
Die Shireikan sind das Kernstück der Komandoebene.
Obwohl über ihnen nur noch die Rikugunshokan
stehen gibt es meist mehrere Shireikan, so dass man auch kleiner Armeen
losschicken kann, die ohne einen richtigen Befehlshaber aufgeschmissen
wären. In den Thuril-Kriegen wurden viele Chui
kurzfristig zu Shireikan ernannt um mit einer kleinen Armee den Geruilliakriegern
der Konföderation zu folgen. Diese Taktik führte zwar zuerst
zu einem Desaster, denn die Chui waren einfach nicht
in der Lage die gesammte Schlacht im Auge zu behalten, aber nachdem die
Chui
in einem Intensivkurs zu Taisa herangebildet wurden,
die auch diese allgemeine Taktik beherrschen, wurde dieses Verfahren zur
Standarttaktik gegen die mit konventionellen Taktiken schwer zu fassende
Konföderation.
Rikugunshokan
VERGLEICHBAR MIT: General (US-Armee); Marschall
(Midkemia-Armee)
An der Spitze jeder Militärhirachie steht
immer ein Rikugunsokan, ein "Komandeur". Er verwaltet die Truppen seines
Hauses und greift selten in den direkten Kampf ein. Sein Hauptaufgabengebiet
ist das abstecken von grundlegenden Strategien, und dem Kommando über
alle Armeen unter seinem Kommando. Ab einer gewissen grösse der Armee
eines Hauses kann es auch mehrere Rikugunshokan haben, die dann jeweils
über einen Teil der Armee das Kommando haben. Das ist notwendig, weil
in der Schlacht ab einer gewissen Grösse der eingesetzten Armeen (so
etwa 5000-10000 Mann) ein einzelner Shireikan
nicht mehr den überblich über das Taktische Geschehen aller Truppenteile
haben kann. Desshalb werden dann mehereren Shireikan
ein Rikugunshokan vorgesetzt, der die einzelnen Teilbereiche koordiniert.
Im Falle von mehreren Rikugunshogan ernennt der Oberbefehlshaber (also
der Shogun) meist einen Stellvertreter unter den
Rikugunshokan, der den Oberbefehl über die gesammten Armeen des Hauses
hat. Dasselbe gilt natürlich auch für den Zusammenschluss von
mehreren Häusern.
Der
Oberefehl über Heere aus mehreren Häusern
Wer diesen wichtigen Oberbefehl bekommt (und alle
damit verbundene Ehre) ist eine politische Frage. Deshalb hat ihn auch
meist der falsche, aber das spielt solange keine Rolle wie der Oberbefehlshaber
klug genug ist unter seinen Rikugunshokan
einen guten Stellvertreter zu wählen der dann auch in der Lage ist
das Unternemen durchzuführen.
Was aber nichts daran ändert das der Oberbefehlshaber
für sämtlich Folgen des Feldzugs persönlich verantwortlich
ist, was dessen Wahl zu einem interessanten Inriegenspiel macht: Um die
einfachen, erfolgversprechenden Feldzüge kämpfen die Shogun
verbissen, wärend die warscheinlich fehlschlagenden auf politische
Gegner geschoben wird. Und in dem Falle dass bei dem Feldzug Shogune
als Befehlshaber ihrer Truppen auftreten kann der Oberbefehlshaber sie
in teuflische Fallen locken.
Der Auswahlprozess des Oberbefehlshabers kann zu
einem intriegenreichen Abenteuer werden, der Feldzug selbst zu einer ganzen
Kampange.
Strukurierung
der Armee
Bushi werden generell in
allen Waffengattungen (ausser den exotischen)
ausgebildet, haben aber meist ein Spezialgebiet in dem sie sich besonders
auszeichnen. So gibt es "Patouillen", die jeweils einer Waffengattung
angehören (eine Yumi-Patrouille, eine
Yari-Patrouille...),
wobei es nicht auf die genaue Waffe ankommt (also Nakotara
und Katana in einer Patouille). Diese
kleinen Gruppen von Hohei stehen unter dem Kommando
eines Nikutai. Mehrere dieser Patoullien mit gleicher
Waffengattung werden von einem Gunso angeführt
und nennen sich jetzt "Gruppe". Verschiedene Gruppen (auch mit unterschiedlichen
Waffen) werden wiederum von einem Chui kommandiert.
Sie nennen sich nun Truppe.
Manchmal steht noch ein Taisa
als Vermittler dazwischen, aber meist nehmen die Chui
ihre Befehle dierekt vom Shireikan entgegen.
Dieser befehligt eine oder meherere Truppen die sich jetzt Armeen nennen.
Diese Armeen erhalten dann von den Rikugunshokan
ihre Marschbefehle, die von den Shogun nur ungefähre
Vorgaben bekommen ("Nimm diese Stadt ein", "Führe Krieg gegen dieses
Haus").
So können die meist politischen Ziele der Shogun
effektiv umgesetzt werden, auch wenn ein dierekter Kampf zwischen zwei
Häusern extrem selten ist (er wird von der
Versammlung unterbunden).
Frauen
in der Armee
Für die Frauen gilt das was generell für
alle Bushi gilt: Frauen können diesen Status nicht erreichen. Sollte
doch ein Shogun versuchen eine Frau in seine Armee
aufzunehmn, so kann diese damit rechnen auf alle mögliche Arten schickaniert
und benachteilgt zu werden. Die Bushi sind halt
ein verdammt konservativer Haufen.
Der einzigen Platz für Frauen in der Armee
ist der von Huren die der Armee folgen und ihr ihre Dienste anbieten. Solche
Frauen gelten aber nicht als geachtete Kokubienen,
sondern als unehrenhafte Geschöpfe und desshalb sind es auch fast
ausschliesslich Sklaven oder total verarmte Freie,
die diese entwürdigenden Beruf ergreifen.
Die
Armee der Söldner
Söldnerarmeen werden jetzt immer häufiger,
und ihre Strukur hat sich mit der Zeit gewandelt, damit sie sich besser
in die reguläre Armee eingliedern können.
Einen Söldner kann
man nicht mit einem Bushi vergleichen, weil er
keine Ehre hat und nicht zur Kriegerkaste gehört. Söldner
sind oft schlecht ausgebildet und zeichnen sich nur durch eine ungeheure
Gewaltbereitschaft und der missachtung jeglicher Ehrvorschriften aus. Sie
müssen in der Gilde der Söldner verzeichnet sein (die allerdings
keinerlei Aufnahmebedingungen stellt als die Empfehlung eines anderen Söldners)
und bekommen von dieser einen Brief der sie berechtigt gewisse Waffen zu
tragen, meist bevozugen sie allerdings das Nakotara,
einen Yari oder einen Yumi,
da man hier nicht besonders viel Rafinesse zum kämpfen braucht, sondern
nur rohe Gewalt. Ausserdem sind diese Waffen billig und leicht zu ersetzten.
Nahezu alle Söldnereinheiten bestehen aus
30-200 Mann regulären Söldnern, etwa
vergleichbar mit Hohei, und einem Anführer,
der sich hochmütig Shireikan nennt, obwohl
er noch nicht einmal den Rang eines Chui einehmen
könnte. Dieser Shireikan ist der Kopf der
Truppe, er verhandelt über das Gehalt, und das Einsatzgebiet. Auch
haben sämtliche Söldner einen Vertrag
mit ihm persönlich und nicht mit dem Auftragsgeber, so dass beim Tod
des Shireikan die Söldner
an keinerlei Vertrag gebunden sind. Desshalb und wegen der ehrlosen Natur
der Söldner sind die Bushi
ihnen gegenüber immer Misstrauisch und setzten sie nur für die
gefährdetsten Bereiche ein, wie das Stürmen von Stadtmauern oder
das ausheben von Geruillianestern. Das ist den Söldnern
aber nur recht, da sie bei diesen Aufgaben als erstes plündern können
und das wiegt die enorme Gefahr in ihren Augen auf.