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Tochis nagelsbeschlagene Sandalen stamften durch
die staubigen Strassen des Armenviertels von Holan-Qu. Er hatte nicht verstanden
warum sein Herr, der Shogun Dacoya von den Techtalt, sich in dieser heissen
Mittagszeit in die anrüchigsten und gefährlichsten Teile der
Stadt wagte, aber das war nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe war die Sicherheit
seines Herren.
War da nicht eine Bewegung in der Seitengasse?
Seine Hand bewegte sich in Richtung Katana, wohlwissend dass ein Ziehen
die misstrauische örtliche Yakuza auf den Plan rufen und damit seinen
Auftrag schnell zunichte machen könnte.
Durch eine leichte Schrittveränderung seines
Vordermanns schloss er, dass dieser die Bewegung ebenfalls bemerkt haben
musste. MIt einem kurzen Wort in der Militärsprache forderte er seine
Kamperaden zu einer kleinen Formationsänderung auf und schon zog sich
die Linie der Bushi vor der Gasse zusammen.
Und tatsächlich - aus der Gasse trat ein
in dunkle Tücher gekleideter, vorsichtig das Gelände sichernder
Schattenkrieger und hinter ihm, kaum durch den verhüllenden Schatten
sichtbar, stand der mysteriöse Kontaktmann mit dem sein Herr seine
Pläne schmieden wollte. Wie auch immer diese aussehen mögen,
der Bushi Tochi harrte wachsam und treu ab, wärend sein Herr über
den Aufstieg oder den Fall seines Hauses verhandelte.
Ein Bushi ist ein Krieger, nicht bloß ein
Soldat. Er lebt für seine Ehre und wird freudig sterben, wenn er den
Tod durch eine ehrenvolle Klinge empfangen kann. Er ist dem Shogun, dem
er dient, treu ergeben, hat aber in erster Linie Verantwortung gegenüber
seinem Haus und dem Natami. Das bedeutet, daß der Befehl des Herren
des Hauses mehr als der des Shogun gilt.
Stirbt
der Shogun eines Bushi, so fällt ein Schatten auf seine Ehre, aber
er darf weiter seinem Haus dienen. Erst wenn das Haus ausgelöscht
und der Natami in feindlicher Hand ist, werden die Bushi zu ehrlosen Grauen
Krieger, die als ausgestoßene OhneHaus leben und sterben müssen.
Es ist zwar möglich die Traditionen so stark zu beugen daß man
graue Krieger wieder in ein Haus aufnehmen kann, wie es einst von der Herrin
des Hauses Acoma getan wurde, aber dieses
Unternehmen ist sehr Risikoreich und passiert deshalb nur sehr selten und
in größter Not. Ebenso ist es möglich einen Grauen Krieger
durch das Ritual der Wiedergeburt in ein Haus aufzunehmen, doch dieses
Ritual birgt noch mehr Risiken, so daß es im letzten Jahrhundert
höchstens ein duzend mal vorgekommen ist. Bushi gibt es zwar in Massen,
das bedeutet aber nicht, daß sie nicht jeder für sich einzeln
etwas wert wären. Viele Shogun sehen in ihren Bushi zwar nur Verbrauchsmaterial,
aber kampferfahrene Shogun achten und vertrauen ihren Bushi wie ihren eigenen
Samurai.
Eine berühmte Geschichte ist die des Bushi
Papewaios, der bis zu seinem
ehrenvollen Tod seiner Herrin Mara, Herrin des
Hauses Acoma, als Leibwächter anstelle eines Samurai diente und, obwohl
er bereits zum Tode verurteilt war.
An diesem Beispiel kann man sehr gut sehen, daß
ein Bushi nicht das Verbrauchsmaterial sein muß, das er in den Augen
vieler höherstehender darstellt. In den Augen des einfachen Volkes
ist er jedoch das Idol eines jeden Jungen und der Traum vieler Mädchen.
Ein Bushi muß nicht Fußsoldat sein,
er kann innerhalb der Militärhirachie bis zum Oberbefehlshaber der
gesamten Truppen eines Hauses aufsteigen. Auch die Wahl der Waffen muß
nicht auf das Schwert beschränkt bleiben. Ein Bushi lernt im Laufe
seines Lebens (so er denn lang genug lebt) mit jeder Waffe umzugehen, auch
wenn sich viele eine „Leibwaffe“ haben.
Charaktererschaffung:
Der Bushi wurde hier als Standartcharakter betrachtet,
weil er einerseits eine sehr hohe soziale Stellung hat, aber andererseits
auch sehr stark an seinen Herren gebunden ist. Die einzige Ausname ist,
wenn er bereits einen Rang erlangt hat.
Bei der Fertigkeitenverteilung sollte der Bushi
aufpassen, denn er ist nur Krieger. Sämtliche Fertigkeiten, die nicht
dem Krieg dienen sind selten mehr als das Mindestmaß entwickelt.
Ein Offizier sollte außerdem die Fertigkeit Taktik seinem Rang entsprechend
hoch entwickelt haben, genauso wie die Fertigkeit seiner Waffenart natürlich.
Das Spielen eines Bushi:
Einem Bushi ist die Ehre das höchste Gut.
Nicht ganz so Fanatisch wie die Samurai, aber doch gerne bereit sein Leben
zu opfern wenn es befohlen wird, ist auch er ein schwieriger Charakter,
wenn auch nicht ganz so schlimm wie die meisten anderen.
Die Lebensgeschichte eines Bushi könnte folgendermaßen
aussehen:
Als Sohn einer Familie, deren Urgroßväter
schon Bushi waren, kommst er zur Kriegerakademie und wird danach zu einem
Haus dem einer seiner Verwanden dient (sonst sind Anwerbungen nicht möglich)
geschickt, welches auch im nachhinein für seine Ausbildung aufkommt.
Dort hat er nun den Schwur auf den Natami geleistet und ist vielleicht
schon ein oder zwei Ränge aufgestiegen.
Die wesentlich einfachere Rolle ist die des Grauen
Kriegers. Er war ein Bushi, sein Haus ist aber irgendwann vernichtet worden,
und nun streift er, ehrlos, durch die Gegend. Er hat zwar eine miserable
soziale Stellung, aber dafür keinen Herren und kann deshalb tun und
lassen was er will. Das sind die Vorteile für den Spieler, der Graue
Krieger sieht sein Leben natürlich als Wert- und Ehrlos, und wird
für die Möglichkeit jemals wieder in den Dienst eines Hauses
genommen zu werden sogar sein Leben opfern.